Ölgemälde

Die Ölmalerei ist eine Technik, bei der Pigmente mit Hilfe von Trockenöl als Bindemittel zu Ölfarbe verarbeitet und auf einen zuvor grundierten Bildträger aufgetragen werden. Typische trocknende Öle sind Lein-, Walnuss- und Mohnöl, wobei dem Bindemittel auch metallische Sikkative und Harze zugesetzt werden können. Diese Maltechnik gilt als die „klassische Königsdisziplin“ der Malerei, denn unzählige Gemälde zeigen Porträts, Landschaften, Stillleben und Genres, deren Haltbarkeit und Farbbrillanz als unübertroffen gelten.

Künstler schätzen die Ölmalerei wegen ihrer guten technischen Eigenschaften. Zur Herstellung eines Ölgemäldes werden Balsamterpentinöl, Harzfirnis (Dammar- oder Mastixharzlösung) und/oder Öl als Malmittel verwendet, wobei Terpentin als Verdünnungsmittel dient. Gemalt wird nach der alten Malerregel „fett auf mager“, wobei eine falsche Malweise, wie zu viel Öl oder ein zu saugfähiger Malgrund, zu Problemen wie Falten oder Rissen im Ölgemälde führen kann. Glatt geschliffene Ölgemälde sind anfälliger für Risse, die so genannte Craquelure. Ältere Ölgemälde zeigen oft Alterserscheinungen wie netzartige Risse, und je nach den verwendeten Ölen und Harzen kann das Gemälde mit der Zeit vergilben. Dieser Prozess kann durch Sonneneinstrahlung teilweise rückgängig gemacht werden, während eine Lagerung ohne Lichteinwirkung den Vergilbungsprozess verstärken kann. Wenn alle Farbschichten vollständig getrocknet und ausgehärtet sind, was häufig nach mehr als einem Jahr der Fall ist, kann ein Ölgemälde zum Schutz der Oberfläche mit einem Firnis überzogen werden.

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