{"id":374,"count":54,"description":"Alfred Herbert Georg Seidel wurde am 1. November 1913 in Breslau geboren. Nach dem tragischen Verlust seines Vaters Otto im Ersten Weltkrieg zog er mit seiner Mutter Maria und seiner Schwester Helene in ihr oberschlesisches Elternhaus in Scharley oder Deutsch-Piekar. Alfred Seidel verbrachte seine Kindheit dort, in der N\u00e4he der Kohlefelder an der damaligen Grenze zum Russischen Reich.\r\n\r\nEr wuchs unter der Obhut zweier Tanten und dem Beruf seiner Mutter auf. Das Umfeld war gepr\u00e4gt von kleinb\u00fcrgerlichen Werten und einem tief verwurzelten Katholizismus. Seidel wurde 1920 in die Volksschule in Deutsch-Piekar eingeschult und wechselte 1924 auf das Realgymnasium in Beuthen. Dort erkannte ein aufmerksamer Zeichenlehrer sein Talent und f\u00f6rderte es. Seidel f\u00fchlte sich schon fr\u00fch zum k\u00fcnstlerischen Schaffen hingezogen.\r\n\r\nKurz vor dem Abitur 1933 verlie\u00df er das Realgymnasium und begann am 2. November 1933 eine Ausbildung zum Theatermaler. Es folgten Engagements als Theatermaler am Oberschlesischen Landestheater in Beuthen und sp\u00e4ter als erster Theatermaler und Studioleiter am Stadttheater in Salzburg.\r\n\r\nW\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurde Seidel eingezogen und zweimal verwundet. Trotz des Verlustes seines rechten Auges lie\u00df er sich nicht von seiner Berufung als K\u00fcnstler abbringen. Er schuf zahlreiche Grafiken, Zeichnungen, Gem\u00e4lde in verschiedenen Techniken sowie Glasfenster und Skulpturen. Sein lebenslanges Interesse an der Literatur spiegelt sich in seinen Illustrationen und literarischen Werken wider.\r\n\r\nNach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft 1945 fand Seidel zun\u00e4chst in Sillenbuch und ab 1954 in Schorndorf eine neue Heimat. Er war langj\u00e4hriges Mitglied der Esslinger K\u00fcnstlergilde. Alfred Seidel starb am 20. November 2001 in Schorndorf und hinterl\u00e4sst seine Frau Elisabeth und seine drei Kinder Susanne, Matthias und Christoph. Seine Erben \u00fcberlie\u00dfen 2017 den Gro\u00dfteil seiner Werke der Stadt Schorndorf.\r\n\r\nAlfred Seidel illustrierte vor allem zu Beginn seiner Karriere viele M\u00e4rchen, und die Nachkriegszeit bot ihm mit Neuauflagen klassischer M\u00e4rchen ein ideales Arbeitsfeld. Beispiele f\u00fcr seine Illustrationen sind Werke von Andersen, den Br\u00fcdern Grimm, Agnes Sapper und Tamara Ramsay. Sp\u00e4ter widmete er sich auch der Illustration von Romanen, darunter Werke von Egon H. Rakette.\r\n\r\nDar\u00fcber hinaus schuf er selbstst\u00e4ndig und ohne konkrete Auftr\u00e4ge Grafiken zu literarischen Themen, die er in so genannten \u201eGrafikzyklen\u201c zusammenfasste. Diese besch\u00e4ftigen sich mit Werken von Dostojewski, Tolstoi, Moli\u00e8re, William Shakespeare und Friedrich D\u00fcrrenmatt sowie mit Grafiken f\u00fcr Zeitschriften und Kalender.\r\n\r\nW\u00e4hrend seiner gesamten Schaffensperiode schuf er zahlreiche Werke in verschiedenen Techniken wie \u00d6lgem\u00e4lde, Linolschnitte und Aquarelle. Seine bevorzugten Themen waren religi\u00f6se oder mythologische Motive sowie Portr\u00e4ts aus seinem beruflichen und privaten Umfeld. Landschaften bildeten eher eine Ausnahme.\r\n\r\nAb 1957 gestaltete Seidel zunehmend \u00f6ffentliche R\u00e4ume, insbesondere die k\u00fcnstlerische Innenausstattung katholischer Kirchen. F\u00fcr die Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart schuf er Wandmosaike, Alt\u00e4re, Tabernakel, Kreuzg\u00e4nge und zahlreiche Glasfenster.\r\n\r\nUnabh\u00e4ngig von Auftragsarbeiten schrieb Alfred Seidel auch eine Reihe von Dramen und Erz\u00e4hlungen zu verschiedenen Themen wie \u201eChristoph Kolumbus\u201c, \u201eKonradin, der letzte Staufer\u201c, \u201eSchwund des Religi\u00f6sen\u201c, \u201eErbschaftsbetrug\u201c und \u201eWege der Selbsterkenntnis\u201c. In seinen Erz\u00e4hlungen geht es vor allem um seine Kindheit und Jugend in Oberschlesien sowie um famili\u00e4re Erlebnisse und Begegnungen.\r\n\r\nF\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen wurde Alfred Georg Seidel 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.","link":"https:\/\/collection.galerie-gerdes.com\/de\/c\/kuenstler\/alfred-seidel\/","name":"Alfred Seidel","slug":"alfred-seidel","taxonomy":"product_cat","parent":44,"meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/collection.galerie-gerdes.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat\/374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/collection.galerie-gerdes.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat"}],"about":[{"href":"https:\/\/collection.galerie-gerdes.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/taxonomies\/product_cat"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/collection.galerie-gerdes.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat\/44"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/collection.galerie-gerdes.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product?product_cat=374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}