Theodor Herrmann (*27. Juli 1881 in Stade; † 15. Dezember 1926 in Bremen) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker des Impressionismus und des Jugendstils. Er zählt zur zweiten Generation der Künstlerkolonie Worpswede.
Herrmann wurde als Sohn eines Bauunternehmers geboren. Er besuchte die Grundschule am Burggraben sowie bis 1896 das Gymnasium Athenaeum in Stade. Früh zeigte sich seine Neigung zum Zeichnen und zum Theater. Er studierte an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar, unter anderem bei dem Maler Leopold von Kalckreuth, der ihn förderte. 1898 setzte er seine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe fort und folgte 1899 seinem Lehrer an die Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Aus dieser Zeit sind vor allem Seelandschaften bekannt.
Bereits früh entstanden Buchillustrationen, unter anderem für den Schünemann Verlag sowie für die Zeitung Niedersachsen. Ab 1901 lebte Herrmann in Ritterhude und stand in engem Kontakt mit der Künstlerkolonie Worpswede. Künstler wie Heinrich Vogeler und Fritz Mackensen beeinflussten sein Werk nachhaltig.
1903 zog Herrmann nach Zeven, wo er Verbindungen zu dem Vorgeschichtler und Heimatforscher Hans Müller-Brauel aufbaute. Der Künstler Ernst Müller-Scheessel, Begründer des Bremer Künstlerbundes, sowie der Unternehmer Ludwig Roselius vermittelten ihm Aufträge. Er gestaltete Friese für den Landsitz Hodenberg des Reeders Robert Rickmers in Oberneuland und illustrierte Werke des Schriftstellers Heinrich Scharrelmann.
Ab 1904 wohnte Herrmann in Oberndorf an der Oste. Es folgten weitere Illustrationsarbeiten für Bücher und Kalender. In den Jahren 1905 und 1906 unternahm er Reisen nach Bayern und Italien. Ab 1906 unterhielt er ein Atelier in Hamburg und arbeitete zwischen 1907 und 1910 für das Kunstgewerbezentrum Müller-Brauel in Zeven. 1913 lebte er in Berlin, später wieder in Hamburg, wo er Bühnenbilder und Illustrationen schuf.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Herrmann 1914 als Soldat an die Ostfront eingezogen. Dort fertigte er zahlreiche Skizzen an. 1916 kehrte er nach Hamburg zurück. 1918 ließ er sich in Bremen nieder, zunächst mit einem Atelier am Neustadtswall, später in der Altstadt. Sein Verhältnis zum Direktor der Kunsthalle Bremen, Emil Waldmann, galt als angespannt. Obwohl Herrmann an Ausstellungen beteiligt war, wurden seine Werke nicht angekauft. Lediglich das Ölbild Rivieralandschaft von 1926 gelangte 1928 als Geschenk von Roselius in den Besitz der Kunsthalle.
Zu seinen Bremer Arbeiten zählen Ausmalungen privater Häuser, ein Karnevalsbild im Bremer Ratskeller sowie ein Wandgemälde in der Scheeßeler Mühle. Auch in dieser Zeit blieb er als Illustrator tätig. Der Versuch, eine Lehrstelle an der Kunstschule Bremen zu erhalten, blieb erfolglos.
Herrmanns Werk ist vom Jugendstil und vom Impressionismus geprägt. Neben Einflüssen des schwäbischen Impressionismus während seiner Studienzeit wirkten die Worpsweder Maler stilbildend. In seiner frühen Schaffensphase stand die Grafik im Vordergrund, insbesondere Buchillustrationen für Hamburger und Bremer Verlage. Erst in den 1920er Jahren wandte er sich verstärkt der Landschaftsmalerei zu. Die vergleichsweise geringe Zahl seiner Gemälde hängt auch damit zusammen, dass er sich erst wenige Jahre vor seinem frühen Tod intensiver der Malerei widmete.
Während des Zweiten Weltkriegs ging ein Großteil seines künstlerischen Nachlasses verloren, wodurch sein Werk lange Zeit in Vergessenheit geriet. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde Herrmann wieder stärker wahrgenommen, unter anderem im Zusammenhang mit der Tausendjahrfeier der Stadt Stade.







