Tänzchen, E.A. | Farbholzschnitt von Detlef Willand

Detlef Willand (1935-2022)

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    Detlef Willand (*14. April 1935 in Heidenheim an der Brenz; † 3. Januar 2022 in Hirschegg) war ein deutscher Holzschneider, Heimatforscher und Amateurarchäologe.

    Willand wuchs im Kleinwalsertal auf. 1951 begann er in Garmisch-Partenkirchen eine Lehre als Holzschnitzer und besuchte ab 1955 die Fachschule für Holzschnitzerei in Partenkirchen. Anschließend war er als Restaurator am Wiederaufbau der Münchner Residenz beteiligt. 1960 kehrte er ins Kleinwalsertal zurück und eröffnete ein eigenes Atelier, das jedoch bereits 1962 durch einen Brand zerstört wurde.

    Ab 1967 widmete er sich intensiv dem Holzschnitt. Seine Themen entnahm er vor allem der Mystik, der Naturwissenschaft, der Philosophie und der Religion. 1972 wurde er Mitglied der Künstlergruppe der Hans-Thoma-Gesellschaft. 1977 zeigte er seine erste Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Albstadt; zahlreiche weitere Ausstellungen im In- und Ausland folgten. Einzelausstellungen fanden unter anderem 1981 und 2014 in der Galerie im Unteren Tor in Bietigheim-Bissingen statt.

    Für sein künstlerisches und kulturelles Engagement erhielt Willand mehrere Auszeichnungen, darunter 1985 den Oberallgäuer Kunstpreis, 2000 einen Preis der Stiftung Bibel und Kultur, 2005 den Johann-Georg-Grimm-Preis des Kultur-Förderkreises Allgäu sowie 2012 das Bundes-Ehrenzeichen der Republik Österreich für Verdienste um die Walser Volkskultur.

    Willand verstand den Holzschnitt als eigenständiges künstlerisches Medium, das er in der Tradition der expressionistischen Wiederentdeckung dieser Technik weiterentwickelte. Charakteristisch für seine Arbeiten sind klare Linienführungen, starke Kontraste, ausgeprägte Abstraktionen und eine intensive Farbigkeit. In thematischen Zyklen setzte er sich mit gesellschaftlichen und ökologischen Fragen auseinander. Ein Beispiel ist der Zyklus „Ein Totentanz im Gebirge“, in dem er kritisch auf kultur- und naturverändernde Entwicklungen im Alpenraum reagierte.

    In begleitenden Texten verband er eigene Überlegungen mit Gedanken historischer Denker. Dabei entwickelte er unter anderem die These, dass die alttestamentliche Erzählung von der Vertreibung aus dem Paradies symbolisch den Übergang von einer nomadischen Jägerkultur zur sesshaften Ackerbaugesellschaft beschreibe.

    Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagierte sich Willand für die Dokumentation der Walser Volkskultur, insbesondere zu Geschichte, Sagen, bäuerlicher Lebensweise und historischen Wegverbindungen. Er wirkte an regionalen Projekten mit, darunter an der Gestaltung der Bergschau Walserhaus in Hirschegg sowie an einem Brunnenprojekt an der Bergstation der Walmendingerhornbahn.

    1998 entdeckte Willand auf der Schneiderkürenalpe im Ifengebiet Spuren mittelsteinzeitlicher Jäger. Trotz anfänglicher Skepsis seitens der Fachwelt entwickelte sich daraus in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern eine bedeutende archäologische Fundstätte. Hinzu kam die Entdeckung eines steinzeitlichen Bergwerks am Feuerstein, das als eines der ältesten im alpinen Raum gilt. In diesem Zusammenhang wurde Willand zu einer prägenden Persönlichkeit für archäologische Aktivitäten im Kleinwalsertal.

    Detlef Willand starb 2022 im Alter von 86 Jahren in Hirschegg.

    Maße

    54,5×39,5 cm; 40×35 cm

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